Regel Nummer 1: Vergiss alles, was Du über Regeln wusstest.

‚Design Thinking‘ ist das Enfant Terrible unter den Ansätzen zur Problemlösung, denn es macht alles anders, als von Mama und Papa beigebracht. Auf dem Weg zu innovativen Lösungen, die der Endnutzer feiert, bricht Design Thinking mit bestehenden Denkmustern und Arbeitstechniken. Und orientiert sich lieber an der Arbeit von Designern, die mit ihrer Abfolge von Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausführung und Lernen immer wieder aufs Neue gänzlich Neues in die Welt werfen.

Wie Design Thinking funktioniert? Hier die Spielregeln:

Fangen wir mit dem „Du“ an. Wer den Titel an der Tür ablegt, legt symbolisch die Hierarchie ab und fördert eine offene Kultur des Vertrauens auf Augenhöhe. Wenn alle Stimmen gehört werden, könnte vielleicht die nächste Innovation vom Praktikanten kommen. Darüber hinaus gehören Ideen der gesamten Gruppe, denn sie sind gegenseitig inspiriert und gemeinsam entwickelt. Bei der nächsten Kreativsession einfach ausprobieren: Wie fühlt es sich an, die gewohnte Hierarchie außen vorzulassen?

Kritik einfach einmal abzustellen, bringt viel mehr, als alles immer gleich zu zerpflücken. Nur so wird das, was wir als Hindernis wahrnehmen, als Chance sichtbar. Die Crux liegt dabei im Detail: ein „aber“ und „allerdings“ sind genauso vernichtend wie klassisch negative Denkspiralen à la „das hat noch nie funktioniert“. Einfach Sätze mit „Killercharakter“ weglassen und das „aber“ durch ein „und“ ersetzen. Dann heißt es ab jetzt: „… und wie können wir es bezahlbar machen?“

Wer auf den Ideen der Anderen aufbaut, nutzt das Potenzial aller Beteiligten für die nächste Innovation. Die ungewöhnlichsten Ideen sind Kombinationen aus unterschiedlichen Ideenbruchstücken. Beim Kombinieren werden die Ideen in der Gruppe Stück für Stück weiter entwickelt. Wie kombinieren wir zwei unmögliche Dinge zu einem möglichen?

Bilder haben die Kraft, herkömmliche Denkstrukturen zu durchbrechen. Bei Bildern gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Interpretationen sind gewollt – denn daraus werden Ideen geboren, die aus dem Rahmen fallen. Im Vordergrund steht der Transport der Idee – kein ausstellungsreifes Meisterwerk. Also, zückt die Stifte und los geht’s – am Besten funktioniert das in einem Design Thinking Workshop auf beschreibbaren Tischen und Wänden.

Wilde Ideen öffnen metaphorische Löwenkäfige. Daher gilt: je wilder, desto besser! Gerade ausgefallene Ideen bringen uns auf neue Gedanken und ungewöhnliche Kombinationen, die sich im nächsten Schritt zu überzeugenden Produkten weiter entwickeln lassen. Warum also das nächste Meeting nicht mit dem folgendem Satz einleiten: Was hat ein schnorchelnder Löwe mit der Finanzkrise zu tun?

Lasst uns mit einem Wettbewerb starten: 20 Ideen in 2 Minuten! Es gibt keine guten Ideen. Nur wer auf Quantität setzt, schöpft aus einem riesigen Pool an Möglichkeiten und kann diese immer wieder neu kombinieren. Probiert‘s aus! Gelingt es uns durch Vielfalt eine bessere, gemeinsame Lösung zu gestalten?

Nicht selten resultieren wirkliche Durchbrüche und preisverdächtige Erfolge aus Fehlannahmen oder Rückschlägen. Das ist kein Zufall. Der Clou liegt darin, früh auszuprobieren und sich in kleinen Schritten an die Lösung „heranzutesten“. Wie hätte jeder Einzelne von uns sonst laufen gelernt? Versuche Beobachtungen detailliert zu dokumentieren. Je ehrlicher, objektiver und zeitnaher die Beobachtungen festgehalten werden, desto besser sind die darauf aufbauenden Erkenntnisse.

Experimente beweisen, dass man spielerisch Grenzen einfacher sprengt und so Hindernisse überwindet. Wenn wir Spaß bei der Arbeit zulassen, geben wir uns die Freiheit, die wir brauchen, neue Wege einzuschlagen. Entdecke die ungenutzten Potenziale, die auf dem Spielfeld verborgen liegen.

Manchmal ist es besser, schnell zu handeln und zu beobachten was passiert. Daher ist die Einstellung „einfach mal machen“, ein wichtiges Design Thinking-Prinzip. So eröffnen sich oft neue Perspektiven, die zu einem größeren Erkenntnisgewinn führen. Also, genug der Lippenbekenntnisse! Ärmel hochkrempeln – jetzt oder nie!

Fokussiert sein heißt, sich auf die nächsten Schritte konzentrieren, ohne die Komplexität des Ganzen aus dem Auge zu verlieren. Stelle dir für deine momentane Aufgabe einfach mal die Frage: Was will ich eigentlich erreichen und was ist der nächste Schritt? Starte mit einem Warm-up in Dein Design Thinking Workshop – mit unserer Warm-up Shuffle App auf iTunes-Store. Erfahre alles über Design Thinking: Im Buch Durch die Decke denken von Dr. Juergen Erbeldinger und Thomas Ramge.

elisabethDesign Thinking Workshop